Herbstwanderung 2014

März 26th, 2015 von Susanne

Durch die Rappenlochschlucht auf den Karren

Keine Sonne haben wir gesehen auf der Fahrt zu unserer diesjährigen Herbstwanderung. Erst kurz nach dem Pfändertunnel gab es die ersten Wolkenlücken, und am unserem Ausgangspunkt in Gütle bei Dornbirn war dann das Wetter, wie wir es uns wünschen: blauer Himmel, Sonnenschein und milde Temperaturen. Dadurch bestens gelaunt starteten wir in einem kleinen Park, überragt vom einem über 40 Meter hohen Mammutbaum, der um 1900 dort gepflanzt wurde.

Schon nach wenigen Meter sahen wir die ersten Kaskaden von Kobel Ache und Rappenlochschlucht, der Weg führte weiter in die dunkle Schlucht meistens über luftige Stege überm Abgrund bis zu der Stelle, wo vor drei Jahren ein Großteil der Rappenlochschlucht eingestürzt ist und die Straßenbrücke nach Ebnit mit in die Tiefe gerissen hat. Leicht geschockt von solcher Naturgewalt ging es in auf schmalen Holzstegen über Abgründen und Wasserfällen weiter bis zum Staufensee, immer wieder zusammenzuckend wenn Autos hoch über uns krachend und polternd über die provisorische Stahlbrücke fuhren.

Ruhiger war es dann am Ufer entlang des Staufensees, in dessen glatten Wasser sich der bunte Herbstwald spiegelte. Wir erreichten das malerische Haus des Ebensandkraftwerks, in dessen Nähe kaum sichtbar der Eingang zur Alplochschlucht liegt. Wieder nur auf luftigen Holzstegen führte der Weg sehr eng und düster an den feuchten Felswänden entlang hinein ins Innere der Erde. Als die Schlucht etwas weiter und heller wurde, mussten wir umdrehen, weil der Weg aufgrund Baumaßnahmen gesperrt war. Somit war uns der Abstecher zum ‚Kirchle‘, einer sehenswerten Schluchthöhle, leider verwehrt.

Zurück am Staufensee machten wir erstmal Vesperpause, um frische Energie zu tanken für den Rest der Tour. Es folgte der steile  Aufstieg zum Karren meist im Schatten des Waldes auf guten Wegen, die oft mit Stufen versehen waren. Unsere ganze Gruppe kam zügig voran, nach ca. einer Stunde konnten wir an manchen Stellen schon in Richtung Rheintal und Bodensee blicken. Aber erst ganz oben auf dem Karrengipfel eröffnete sich uns das ganze Panorama: vom Pfändergipfel über den Bodensee, das Rheintal und die Appenzeller Berge bis hin zum Säntis.

Wir verweilten nur noch kurz auf der Aussichtsterrasse des Bergrestaurantes, da so viele Besucher an diesem Traumtag mit der Gondel auf den Karren gefahren sind, kam keine echte Gipfelromantik auf. Und so sind wir ein paar Meter weiter in der urigen Kühalpe eingekehrt, mit weniger Ausblick aber nicht minder schön. Nach dem Sonnenbad auf der Kühalpe traten wir den Rückweg an. Es ging wieder steil durch den Wald hinab, wir streiften nochmals den Staufensee und stiegen zurück durch die Rappenlochschlucht an den Ausgangspunkt in Gütle, wo direkt nebenan das weltweit größte Rolls-Royce-Museum steht, sicher auch eine sehenswerte Alternative aber eher bei schlechtem Wetter. Wir verabschiedeten uns noch vom Mammutbaum und rollten mit dem SC-Bus wieder zurück nach Heidenheim, wo den ganzen Tag die Sonne kaum gesehen wurde. So haben wir einen wunderbaren Tag erlebt und wieder mal richtiges Wetterglück gehabt.

 Bericht von Martin Kunz